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Wenn Mitarbeitende nicht mitziehen – was Führung wirklich aushalten muss

19. Dezember 2025 by Susanne Mauermann
Wenn Mitarbeitende nicht mitziehen – was Führung wirklich aushalten muss

Es ist leicht, motivierte Teams zu führen.
Anspruchsvoll wird Führung, wenn Menschen innerlich aussteigen.

Wenn Mitarbeitende sich verweigern, langsamer werden oder nur noch „Dienst nach Vorschrift“ machen, entsteht schnell Druck. Auf beiden Seiten.
Und oft auch Unsicherheit: Was läuft hier eigentlich schief?

Denn nicht jede Form von Rückzug ist Widerstand.
Und nicht jede Leistungsflaute ist Unwillen.

Eine Unterscheidung, die entlastet

Für Führungskräfte ist eine Differenzierung hilfreich – und oft klärend:

Nicht können
Manche Mitarbeitende sind fachlich, emotional oder organisatorisch überfordert. Erwartungen sind unklar, Anforderungen haben sich verändert, Unterstützung fehlt.

Nicht wollen
Hier geht es um Haltung, Motivation oder bewusste Entscheidung. Nicht jede Aufgabe wird akzeptiert, nicht jede Richtung mitgetragen.

Nicht mehr glauben
Besonders herausfordernd: Menschen, die den Sinn verloren haben. Die sich innerlich verabschiedet haben – nicht aus Faulheit, sondern aus Enttäuschung.

Diese Unterscheidung schafft Handlungsspielraum.
Denn jede Situation verlangt etwas anderes.

Typische Fehlreaktionen – gut gemeint, wenig wirksam

Unter Druck reagieren Führungskräfte oft reflexhaft:

  • Druck erhöhen, um Bewegung zu erzwingen

  • Ignorieren, in der Hoffnung, es regelt sich von selbst

  • Retten, indem Verantwortung übernommen wird, die nicht die eigene ist

Kurzfristig kann das funktionieren. Langfristig verschärft es die Situation.

Denn keine dieser Reaktionen klärt, was wirklich gebraucht wird.

Der Perspektivwechsel: Was Führung steuern kann – und was nicht

Führung heißt nicht, Motivation zu verordnen.
Oder jede Entwicklung kontrollieren zu können.

Führung kann:

  • Klarheit schaffen

  • Erwartungen benennen

  • Rahmen setzen

  • Konsequenzen transparent machen

Führung kann nicht:

  • Sinn erzwingen

  • innere Entscheidungen abnehmen

  • jede Entwicklung auffangen

Diese Klarheit entlastet – und stärkt zugleich.

Drei Leitfragen für Führungskräfte

In herausfordernden Situationen helfen diese Fragen, den eigenen Handlungsspielraum zu klären:

Was erwarte ich – und habe ich es wirklich geklärt?
Nicht alles, was klar gemeint ist, ist auch klar gesagt.

Was ist mein Anteil an der Situation?
Führung wirkt – immer. Auch durch Unklarheit, Schweigen oder Vermeidung.

Was ist verhandelbar – und was nicht?
Nicht jede Erwartung ist optional. Und nicht jede Grenze verhandelbar.

Klarheit ist kein Gegensatz zu Empathie.
Sie ist ihre Voraussetzung.

Haltung statt Harmonie

Führung wird unbequem, wenn es keine einfachen Lösungen gibt.
Wenn Gespräche nötig sind, die man lieber vermeiden würde.
Wenn Klarheit wichtiger ist als Beliebtheit.

Führung heißt nicht, alle mitzunehmen.
Sondern klar zu bleiben, auch wenn es Spannung erzeugt.

Und genau darin liegt ihre Wirkung.

Wenn Sie sich selbst und Ihre Wirkung ehrlicher in den Blick nehmen möchten. Ich begleite Sie gern im persönlichen Dialog. Nehmen sie Kontakt mit mir auf.

5. Dezember 2025

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