New Work im Pecha Kucha Format

Gestern hatte ich die Gelegenheit eine Veranstaltung des Marketing Clubs Hannover zu besuchen. Das Besondere war, dass die Vorträge im Rahmen der Veranstaltung zum Thema „New Work“ alle im Pecha Kucha Format stattfanden. Somit gab es insgesamt 11 Vorträge mit 20 Charts a je 20 Sekunden. Dadurch entstand eine großartige und kurzweilige Mischung aus Praxisbeispielen, Erfahrungen und Meinungen. Einige der zentralen Botschaften möchte ich hier teilen.

  • Die Spannweite, was unter New Work verstanden wird, ist sehr breit, doch worin sich alle Sprecher einig waren – es geht darum etwas nachhaltig anders zu machen als bisher, die Agiltität und Anpassungsfähigkeit zu erhöhen und sich für die Zukunft aufzustellen.
  • Die Notwendigkeit zur Transformation resultiert aus der Veränderung der Erwartungen und Rolle von Kunden und Mitarbeitern. Damit stehen vor allem Anderen, Menschen im Fokus der Überlegungen.
  • New Work braucht vor allem eine Veränderung der Haltung und des Mindsets aller Beteiligten im Unternehmen – Führungskräfte werden zum Coach und Enabler (oder sogar in ihrer bisherigen Rolle ganz überflüssig), Mitarbeitende übernehmen Verantwortung.
  • Jeder Beteiligte – ob Mitarbeiter, Führungskraft, Geschäftsführer oder Inhaber – hat seine individuelle Ausgangsposition und Interessenlage. So zeigen die Erfahrungen auch immer, nicht jeder Ansatz funktioniert mit jedem. Daher ist es vor allem unumstößlich, dass die oberste Führungsebene vollständig und nachhaltig überzeugt ist, um auch bei Schwierigkeiten und Rückschlägen nicht alles zurück auf Los zu drehen.
  • Der Grad der Transformation und Maßnahmen muss zum Unternehmen passen. Daher kann eine Veränderung für das gesamte Unternehmen, einzelne Teams oder zunächst einzelne Formate angebracht sein.
  • Die Bedeutung von sehr viel Kommunikation und maximaler Transparenz wurde immer wieder betont. Gerade im Umgang mit Unsicherheit oder sogar Ängsten ist dies eine elementare Aufgabe der Führungskräfte, zuzuhören und Informationen zu teilen.
  • Auch New Work braucht Regeln der Zusammenarbeit. Da dies neue Rollen, Regeln und Vereinbarungen umfasst, sollten diese immer mit den Beteiligten entwickelt, statt von oben vorgegeben werden.
  • Ein wesentliches Merkmal steckt auch schon im Begriff „New Work“. Ansätze des New Work schaffen für alle Beteiligten im Unternehmen etwas Neues. Deshalb sollte es als ein Prozess (wobei ich den weniger strukturellen Ausdruck des Weges bevorzuge) verstanden werden, der explizit auch Fehler und Fehlschläge zulässt. Ähnlich wie bei der Wanderung einer Gruppe führt der Weg zu Hindernissen, Weggabelungen und Etappenzielen. Eine gemeinsame Standortbestimmung ist notwendig, um den Fortschritt zu sehen. Die Geschwindigkeit bestimmt die Gruppe. Wer den Weg oder das Ziel nicht mag, ist nicht gezwungen mitzugehen. Auch hier entscheidet das Individuum für sich, denn es weiß am besten, was es mag und kann, und übernimmt somit Verantwortung auch für sich selbst.

In jedem Fall möchte ich nach den Eindrücken der Veranstaltung wieder anregen: Suchen Sie in diesem Thema den Austausch. Es zeigt sicher an vielen Stellen, dass die Transparenz, die in den Unternehmen aufgebaut wird, auch nach außen gilt. Viele Unternehmen sammeln bereits wertvolle Erfahrungen mit ihren Ansätzen und sind bereit diese zu teilen. Hierbei sind Fehlschläge und Rückschritte genauso wertvoll wie Erfolge und Fortschritte.

Und als kleines Gedankenspiel zum Schluss. Wie würden sich Ihre internen Meetings und Entscheidungsgremien wohl verändern, wenn die Präsentationen im Sinne eines Pecha Kucha vorgestellt würden.