Gewinnerin des 19. Startup-Impuls Wettbewerbs Miriam Exner im Interview

Seit dem 30.3.2022 stehen die Gewinner des 19. Startup-Impuls Wettbewerbs von hannoverimpuls GmbH und der Sparkasse Hannover fest. Als Coach hatte ich die Möglichkeit, einige der Teilnehmenden ein Stück des Weges zu begleiten. Eine der Teilnehmerinnen, mit der ich als Coach gearbeitet habe, ist Miriam Exner. Miriam hat mit ihrer Idee die Jury überzeugt und den Preis als beste Solo-Gründerin gewonnen. Im Interview stellen wir sie und ihre Idee vor und teilen so auch ein paar Einblicke, was eine erfolgreiche Gründungsidee ausmacht.

Marius: Hallo Miriam, zunächst herzlichen Glückwunsch zum Gewinn des diesjährigen Startup-Impuls-Wettbewerbs in der Kategorie Solo-Gründerin. Erzähl uns doch gerne, mit welcher Idee du die Jury überzeugt hast?

Miriam: Hallo Marius, vielen Dank erstmal für die Glückwünsche.

Als passionierte Hundebesitzerin bin ich immer auf der Suche nach neuen Leckerli für meinen Hund. Die Auswahl an Hundesnacks ist riesig – doch was mir immer fehlte, waren Belohnungen, die nachhaltig sind, meinem Hund schmecken und mir optisch gefallen.

Mir ist bewusst, dass Hundehaltung im Allgemeinen nicht besonders nachhaltig ist, ich aber durch meine Fütterung meinen CO2-Abdruck deutlich optimieren bzw. verbessern kann. Eines ist für mich besonders wichtig: Für die Fütterung meines Hundes soll kein weiteres Tier sterben.

Weil auch viele meiner Bekannten und Freunde Hundebesitzer*innen sind, habe ich angefangen kleine Präsente mit meinen Pralinen zu gestalten. Die Resonanz war überwältigend, sodass ich meine Idee nach und nach mit Hilfe einer Tierärztin, die sich im Bereich Ernährung und Diätetik spezialisiert hat, optimiert habe. Das Ergebnis sind meine Pralipaws – Die Hundepralinen.

Sie treffen den Geschmack des Hundes mit einzigartigen Geschmackskombinationen und sind zudem optisch ein Hingucker für die Halter*innen. Neben dem Belohnungscharakter haben sie zudem einen ganz besonderen Nutzen: Im Kern der Praline sind Probiotika zugesetzt, die die empfindlichen Bakterien im Hundedarm stabilisieren.

Ich verwende als Basis meiner Hundepralinen ein Schlachtnebenprodukt, welches in der menschlichen Ernährung kaum mehr genutzt und somit von Metzgereien sonst überwiegend entsorgt wird. In den Pralinen werden nur ausgewählte Inhaltsstoffe verarbeitet, die für den Hund besonders schmackhaft sind und ein individuelles äußeres Erscheinungsbild der Praline ermöglichen, ohne auf Farbstoffe zurückgreifen zu müssen. Aufgrund ihres edlen und exklusiven Aussehens eignen sie sich auch bestens als Präsent. Insgesamt sind meine Hundepralinen also etwas ganz Besonderes.

Marius: Mir hat es eine Menge Spaß gemacht, dich ein Stück des Weges als Coach bei der Vorbereitung der Pitches zu begleiten. Welche Bedeutung hat für dich das Coaching-Angebot im Rahmen des Wettbewerbs und was hat dir hierbei am meisten genützt?

Miriam: Das Coaching-Angebot war überhaupt eines der tragenden Argumente, um bei diesem Wettbewerb mitzumachen.

Zu Anfang des Wettbewerbs hatte ich eine Menge Ideen und Wünsche, die ich zu allererst mit dir ordnen und strukturieren musste.

In meinem bisherigen (beruflichen) Leben war ich noch nie mit Dingen wie Markt- und Kundenanalysen oder gar Businessplänen konfrontiert, sodass es in großen Teilen auch um Denkanstöße von dir in meine Richtung ging.

Mir haben am meisten die kleinen Aufgaben geholfen, die du mir zwischen unseren Terminen „auferlegt“ hast, denn so konnte ich nach und nach meine Gedanken sortieren und es entstand ein immer klareres Bild davon, wie mein Pitch am Ende aussehen sollte und wie ich die Jury letztendlich von meiner Idee überzeugen will.

Auch das ehrliche Feedback von dir hat mir sehr weitergeholfen und mich motiviert, meine Idee weiter zu verfolgen.

 

Marius: Kannst du für zukünftige Teilnehmer ein paar Empfehlungen teilen, durch die sich deine Darstellung hervorgehoben hat und die damit einen Unterschied bei der Jury gemacht haben könnten?

 Miriam: Ich habe ja auch einige der anderen Ideen und Gründer*innen kennenlernen dürfen und war anfangs sehr imponiert davon, wie weit diese zum Teil mit ihren Ideen bereits fortgeschritten waren.

Ich glaube, dass ich einige Pluspunkte damit sammeln konnte, dass ich eine Idee hatte, mit der so gut wie jede oder jeder etwas anfangen kann, denn jede*r hat einen Hund oder kennt zumindest jemanden, der einen besitzt.

Außerdem steckt in meinen Pralinen ganz viel Herzblut und ich selber glaube an den Erfolg von Pralipaws. Das konnte ich, glaube ich, ganz gut nach außen transportieren und so auch die Jury begeistern.

Darüber hinaus konnte ich während des ganzen Wettbewerbs authentisch bleiben und ich denke, dass genau diese Mischung die Jury letztendlich abgeholt hat.

 

Marius: Gibt es etwas, was du mit dem Wissen von heute anders gemacht hättest?

 Miriam: Tatsächlich würde ich alles noch einmal genauso machen.

 

Marius: Und zum Abschluss interessiert mich natürlich noch, was in den Tagen nach der Preisverleihung geschehen ist und wie es für dich und deine Idee jetzt weitergeht.

 Miriam: Die Preisverleihung ist ja erst etwa drei Wochen her – aber seit dem Morgen danach hat sich einiges getan: Ich stecke wirklich mittendrin in der Gründung meines Ein-Frau-Unternehmens.

Ich habe bereits ein kleines Büro mit Produktionsstätte anmieten können, meine Grafikdesignerin mit der finalen Gestaltung meiner Verpackung beauftragt und beschäftige mich derzeit mit den Zulassungen als Futtermittelherstellerin. Denn ich möchte meine Pralipaws sobald wie möglich auch an den Kunden geben können.

 

Marius: Vielen Dank für deine Antworten. Wir wünschen dir weiterhin alles Gute beim Umsetzen der Idee und ich freue mich auf den zukünftigen Austausch mit dir

Marius Felzmann / 20.04.2022

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*Foto- und Bildmaterial bereitgestellt von Miriam Exner